Das Dresdner Dynamo-Stadion bebte als rund 18.500 Posaunenchor-Bläser hier ihre „Luft nach oben“ zelebrierten. Doch alles der Reihe nach.

„Dept“ steht für „Deutscher evangelischer Posaunentag“. Am ersten Juniwochenende fand nämlich zum zweiten Mal Deutschlands größtes Posaunenchortreffen statt. Vor acht Jahren trafen sich rund 17.500 Bläserinnen und Bläser in Leipzig. Dieses Jahr kamen rund 22.000 Menschen nach Dresden, einer Stadt mit Teilen der schönsten Kirchen der Welt, um diesem Spektakel beizuwohnen. Das Motto dieses Jahr: Luft nach oben. Auch wir vom Posaunenchor Walldorf waren dabei. Wie die meisten Menschen reisten auch wir freitags an. Am diesem  Anreisetag schüttete es zwar wie aus Eimern, dennoch hatten wir einen tollen Start mit dem auf zwei Marktplätzen Dresdens stattfindenden Anfangskonzert.

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Zunächst gab es eine Eröffnungsveranstaltung auf dem Altmarkt, die von mächtigen Posaunenklängen und einigen Grußworten begleitet wurde. Im Laufe des Abends gab es viele musikalische Angebote, wie z.B. ein Konzert der „Blassportgruppe“ auf der Bühne am Altmarkt. Die Nacht verbrachten wir in einem Sammelquartier in einer Schule. Als wir dann am Samstag ins Wochenende starteten erwartete uns wundervolles Wetter. Am Vormittag fand eine Probe im Dresdner DDV-Stadion statt. Das war schon etwas ganz Besonderes, einmal mit so vielen Menschen gemeinsam zu spielen. Die Dirigenten wurden auf insgesamt fünf Leinwände übertragen, damit auch jeder Bläser etwas sehen konnte. Der Nachmittag wurde von ganz unterschiedlichen Angeboten umrahmt. Es gab einige Konzerte in Kirchen oder auf Plätzen. Die Posaunenchorverbände der einzelnen Bundesländer hatten in der ganzen Stadt verteilt Infostände aufgebaut. Später fand eine Bläserstafette statt, die sich wie eine Art musikalischer Staffellauf vorzustellen ist. Ein ganz besonderes Erlebnis war die Abendserenade am Elbufer. Auf den Elbwiesen, am Königsufer, positionierten sich zwei gigantische Posaunenchöre und auf der anderen Seite der Elbe, auf den Terrassen vor der Kunstakademie, waren die Landesjugendposaunenchöre aufgestellt. Nun wurde mehrchörig über die Elbe musiziert. Traumhafte Augenblicke  vor der prächtigen Kulisse Dresdens, mit majestätisch-monumentalen, eigens für diesen Moment komponierte Werke, oder einem bedächtigen „Der Mond ist aufgegangen“.  Diese eindrucksvolle Abendserenade endete mit einem riesigem Feuerwerk.

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Doch das große Highlight stand uns noch bevor: Der Abschlussgottesdienst am nächsten Tag um 12 Uhr im DDV-Stadion. Hier bebte das Stadion nun regelrecht. Bei festlichen Chorälen, einer musikalischen Laola-Welle und um ein lautes Zeichen gegen Rassismus zu setzen, was die „Schirmherrin“ des Posaunentags, Margot Käßmann in ihrer politisch angehauchten Predigt integrierte. „Der christliche Glaube bringe solche Mauern zum Einstürzen, weil er etwas weiß von Barmherzigkeit und Nächstenliebe. Dabei könnten überzeugte Posaunenchöre den Rassismus in Grund und Boden blasen“, so Käßmann. Und der große letzte Gänsehautmoment war der Abschlusschoral von Bach, „Gloria sei dir gesungen“. Das ist Posaunenchor wie er leibt und lebt: 18.500 Menschen zwischen acht und achtzig Jahren musizieren gemeinsam zur Ehre Gottes. Nach diesem atemberaubenden Wochenende fuhren wir begeistert nach Hause. Es war einfach nur … gigantisch.

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Und das nächste bläserische Großevent ist nicht mehr weit: Nächstes Jahr, am 28. Mai, soll der größte Posaunenchor der Welt vor den Toren Wittembergs die 500-Jahr-Feier der Reformation musikalisch umrahmen. Wir sind dabei!

(Johannes Lazarus, Nils Hagmann)