„Trombon Kören“ heißt „Posaunenchor“ auf Schwedisch. Über die Osterwoche waren wir Bläser des Posaunenchor Walldorfs nämlich in Schwedens Hauptstadt Stockholm. Wie es dazu kam? Vor zwei Jahren ist unser Chorleiter Klaus Bernhard mit seiner Familie nach Stockholm gegangen, um dort mehrere Jahre als Lehrer an einer deutschen Schule tätig zu sein. Schon seit einiger Zeit bestand die Idee ihn dort zu besuchen. Dies wurde jetzt endlich in die Tat umgesetzt. Und die Schweden-Reise war für uns alle etwas wirklich Großartiges. Aber alles der Reihe nach.

Freitag, erster Tag: Wir sind fast alle heil mit unseren Instrumenten durch den Sicherheitscheck gekommen. Nur eine Bläserin wird mit ihrer Trompete in ein Hinterzimmer gebracht: Sprengstoffverdacht. Der Bundespolizei muss sie dann noch eine Tonleiter vorspielen, dann ist alles wieder gut und es geht ohne weitere Umstände nach Stockholm. Dort checken wir ins Hotel ein und planen mit Klaus Bernhard die Woche.

Samstag, zweiter Tag: Heute sind wir fast den ganzen Tag in „Gamla stan“, dem Altstadtviertel in Stockholm. Dort befindet sich beispielsweise das Schloss, vor dem wir mittags die Wachablösung beobachten. Am Nachmittag geht es zur deutschen Kirche „St.Gertrud“, wo wir gemeinsam mit Bläsern des Stockholmer Posaunenchors für den Ostergottesdienst proben. Den Abend lassen wir im nebenstehenden Gemeindehaus ausklingen. Wir haben Gitarre, Cajon, Klavier und Wein.

Sonntag, dritter Tag: Heute morgen begleiten wir musikalisch den Ostergottesdienst in der deutschen Kirche „St. Gertrud“. Die Gottesdienstbesucher drehen sich oft begeistert nach oben. Eine so große Bläsergruppe hat man hier selten. Am Nachmittag fahren wir mit dem Bus nach Rydbo, etwa 30 Minuten von der Stadt entfernt. Hier wohnt Familie Bernhard. Es ist ein schöner Ostertag mit großer Ostereier-Suche, Wikinger-Schach, schwedischem Essen und kleiner Wanderung im nahe gelegenen Märchenwald.

Montag, dritter Tag: Blauer Himmel, Sonne. Zeit für eine Schifffahrt. Es geht nach Vaxholm, einer Insel in den Schären.

Dienstag, vierter Tag: Grauer Himmel, Regen. Zeit für einen Museumsbesuch. Und da gibt es hier in Stockholm wunderbare Möglichkeiten. Die geschichtlich Interessierten besuchen das Vasa-Museum, welches sich mit der Geschichte des im Jahre 1628 gesunkenen Kriegsschiff Vasa beschäftigt. Eine andere Gruppe singt und tanzt im Abba-Museum. Am Nachmittag geht es noch einmal zur deutschen Kirche. Hier bekommen wir eine exklusive Führung von Kirchenmusiker Michael Dierks. Es geht sogar auf den Kirchturm hoch, von dem man einen fantastischen Blick auf Stockholm hat. Mittlerweile ist das Wetter auch wieder schön. Quasi direkt im Glockenturm gibt es ein kleines Glockenspiel, auf dem Dierks noch ein paar Lieder zum Besten gibt – das hört jetzt wohl ganz Stockholm. Eines der Highlights ist das anschließende, spontane Choral-Platzkonzert auf dem „Stortorget“, einer der schönsten Plätze Stockholms. Was in der Vergangenheit eher als grausamer Ort galt, schließlich fand 1520 hier das Stockholmer Blutbad statt, ist heute ein beliebter Platz der Touristen.

Mittwoch, fünfter Tag: Den Vormittag verbringen wir im „Skansen“, Stockholms großen Freilichtmuseum mit einigen alten Häusern, Backstuben, Werkstätten, und einem großen Außenbereich mit landestypischen Tieren wie Elche, Bären und Wölfe. Am Nachmittag geht es noch einmal zu Familie Bernhard nach Rydbo, wo bei feinstem schwedischem Essen die Woche ausklingt.

Donnerstag, letzter Tag: Wie schnell so eine Woche doch vergehen kann. Schon sitzen wir wieder im Flieger und schauen ein letztes Mal auf die Wälder und Seen Schwedens. Die Woche war wirklich klasse. Grund dafür war sicherlich diese ganz besondere Mischung: Einerseits Urlaub und Sightseeing in einer Stadt mit ganz besonderem Flair, andererseits aber auch die Besonderheit als Posaunenchor seinen Chorleiter zu besuchen und musikalisch aktiv zu sein. Das alles hat diese Woche zu etwas ganz Besonderem gemacht. In diesem Sinne: „Tussen Tak“, was so viel heißt wie „tausend Dank“!A