„Am 8. Juli um 17.00 Uhr findet in der evangelischen Kirche Walldorf das Sommerkonzert des Posaunenchors statt. Mit einem abwechslungsreichen Programm, das von der Renaissance bis heute reicht, wird der Posaunenchor die Kirche zum Klingen bringen – mal festlich, mal andächtig, mal groovig.“

Diese Konzertankündigung ließ viele vorwiegend Walldorfer Bürgerinnen und Bürger in die Kirche kommen, um an dem Konzert teilzuhaben, so daß die Kirche gut gefüllt war.

Die Chorleiterin Juliane Hötzer führte bestens vorbereitet durch das Programm und gab zu allen Stücken wertvolle Hintergrundinformationen. Alle Stücke, die gespielt wurden, waren entweder Choralbearbeitungen oder wurden ursprünglich für Chöre komponiert. Begonnen wurde mit der Choralfanfare „Du meine Seele Singe“ von Werner Petersen, danach erfolgte ein zeitlicher Sprung zurück in die Renaissance. Jan Campanus Vodnanski war ein böhmischer Komponist, Humanist, Pädagoge und Dichter. 1613 wurde in Frankfurt seine erste Sammlung geistlicher Musikstücke veröffentlich, die auch das Rorando Coeli enthält. In der Renaissance entstand das Prinzip der Mehrchörigkeit, somit standen sich bei diesem Stück die zwei Chöre gegenüber und der zweite Chor imitierte den ersten Chor.

Das Programm ging weiter mit 3 Werken aus der Romantik von Felix Mendelssohn Bartholdy. Begonnen wurde vom „hohen Blech“ (Trompeten) mit „Hebe deine Augen auf“, anschließend übernahm das „tiefe Blech“ (Posaunen, Tuben, Euphonium und Tenorhörner) und spielte das Werk „Es strahlen hell die Gerechten“, was ursprünglich für 4 Männerstimmen komponiert war. Abgeschlossen wurde der romantische Teil mit dem prächtigen Doppelchor zu „Kyrie Eleison“.

Nun wurde die Choralpartita zu „Jesu, meine Freude“ von Helmu Duffe gespielt, der jede Strophe des Liedes einzeln vertont hat, um jeweils den Inhalt des Textes beziehungsweise die Stimmung ohne Worte hörbar zu machen. Die erste Strophe begann mit einem Choral, bei der zweiten Strophe „Unter deinem Schirme“ wurde die Melodie von den Tiefen Stimmen gespielt, die Trompeten bildeten quasi den Schirm darüber. Die dritte Strophe „Trotz dem alten Drachen“ begann geradezu brachial, bis dann in der zweiten Hälfte jedoch ein plötzlicher Stimmungswechsel stattfand. Die vierte Strophe „Weg mit allen Schätzen“ hat Duffe nur für zwei Stimmen komponiert, die sich gegenseitig imitieren, ein sogenanntes Fugato (das Wort Fuge kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Flucht“). In der fünften Strophe konnte man die Schatten, das Unheimliche und Düstere der Nacht geradezu spüren. Die Melodie erklang dabei gleich zweimal: Einmal im Alt und im halben Tempo im Bass. Die letzte Strophe hat Helumt Duffe als Siciliano komponiert. Kennzeichnend für ein Siciliano sind ein wiegender Rhythmus und eine liebliche, schmerzhaft-süße Melodik.

Nach Dieter Wendels Choralbearbeitung zu „Befiehl du deine Wege“ waren die Jungbläser des Posaunenchors an der Reihe, von denen die beiden Stücke „Choral“ und „Sing to the Lord“ von Simon Langenbach zu hören waren. Simon Langenbach ist Bezirkskantor im Bezirk Ladenburg-Weinheim und erhielt 2017 zusammen mit seiner Frau den badischen Kirchenmusikpreis. Der Applaus für die Jungbläser war bis dahin unverkennbar der lauteste des ganzen Nachmittags.

Abgeschlossen wurde das Konzert mit zwei Choralbearbeitungen. „Sollt ich meinem Gott nicht singen“ ertönte in einer Version von Christian Sprenger. Er ist Professor für Posaune in Weimar und gründete 2003 das Blechbläserensemble „Genesis Brass“. Danach folgte eine Fantasie zu „Blessed be your Name“ von Michael Schütz.

Nach einem wunderschönen Konzert erfolgte die Zugabe „Bleib bei mir Herr“, womit der musikalische Nachmittag und das Sommerkonzert 2018 des Posaunenchors beendet wurde.